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Name ist Identität

Das Baby erwacht. Blau schimmert das Nachtlicht in Form einer Minny Mouse.

-Wo ist Mama?

Das Kind vermisst die Wärme und Geborgenheit, es beginnt zu weinen. Da hörte es die Stimme der Mutter, spürt die Umarmung, die Nähe.

-Mama sagt meinen Namen, es ist alles gut.

Der Name begleitet uns durch`s Leben. Viele Menschen können sich nicht mit ihrem Namen identifizieren, sie hätten gerne einen anderen. Doch der Name ist unsere Identität.

Aus Desireè wird Desirèè.

April 2018, in wenigen Monaten möchte ich meinen ersten Roman veröffentlichen. Ich bin verunsichert, weiß nicht genau, ob mein Klarname die Zielgruppe erreicht. Der Coming-of-Age Roman – Branding ins Herz, soll vor allem Teenies begeistern. Ich begebe mich auf dünnes Eis, meine nachfolgenden Romane sind für ein anderes Publikum. Nach einer schlaflosen Nacht habe ich die Lösung. Ein Pseudonym muss her. In der Vergangenheit, vor 18 Jahren, da war doch was…

Desireès Geburt

Die folgende Story mag der einen oder anderen bekannt sein. Ich habe sie schon öfter erzählt, dennoch ist es immer wieder schön sie zu hören.

Aufgeregt startete ich in ein neues Schulleben, ich bekam die Gelegenheit auf einer weiterführenden Schule meine Fachhochschulreife zu erwerben. Zwei Jahre hatte ich darum kämpfen müssen, körperbehinderte gehören in eine Werkstatt und nicht in die Schule. Ich hatte meinen ersten Schultag an der Kaufmännischen, ganz ohne Schultüte, dafür mit sehr viel Lust im Bauch. Die dritte Schulstunde war eine Offenbarung, auf dem Stundenplan stand Deutsch. Kennt ihr den Film Der Club der toten Dichter?  Unser Deutschlehrer war noch eine Spur kreativer als Mr.Keating. Wir erhielten zum Abschluss dieser denkwürdigen Schulstunde eine Hausaufgabe, die Schulstunden sollten protokoliert werden. Einige Sätze würden reichen, es musste aber alles in ein dickes Schreibheft geschrieben werden. Ich besorgte mir die Kladde, wollte loslegen, da geriet ich ins Stocken. Wie beginnen? Ich diktierte einige Anfänge, ließ sie in den PC tippen, es hatte alles keinen Sound. Eine Idee war plötzlich da, wie wäre es, wenn ich an eine imaginäre Brieffreundin schreibe? Desireè war geboren. Diese Brieffreundin Desireè Engel erhielt ziemlich viel Post, sie erlebte jede Deutschstunde mit. Nach einiger Zeit begann Desireè mir zurückzuschreiben. Der Deutschlehrer kontrollierte unsere Kladden öfter und als er den ersten von Desireès Briefen las, war er begeistert.

Das Pseudonym als Identität

Vielleicht würde es mir gelingen zwei Autoren Identitäten unabhängig voneinander zu besitzen, dachte ich mir, als ich den mutigen Schritt ging und das Roman Debüt von Desireè Ange veröffentlichte: https://www.amazon.de/Branding-ins-Herz-Kleeblatt-Band/dp/1718136455

 Doch auch ein Pseudonym hat sein Eigenleben. Seit Jahren liegt mir Desireè in den Ohren, wie ich denn nur ihren Namen verschandeln kann. Sie heißt nicht Desireè sondern Desirèè. Sie weiß gar nicht, was sie mir für Probleme bereitet.

Der Name begleitet uns durch unser Leben

Wir haben uns irgendwann mit unserem Namen angefreundet. Seit einiger Zeit sind wir froh, dass wir so heißen, wie wir heißen. Wird unser Name von einer geliebten Person benutzt, wenden wir uns dieser zu. So wie damals, als unsere Mama ihn nannte. Unser Name begleitet und prägt uns, er gehört zu uns.

Denkt immer daran, Literatur ist Leben!

Eure Desirèè Ange